Regionalmarke Mittelelbe

Am Anfang stand die Skepsis der potentiellen Kunden. Hirschschinken? Wildschweinknacker mit Wacholder? Rehnusssalami? „Wir haben die Leute mit Kostproben angelockt“, erinnert sich Noreen Ogkler-Haberland, Junior-Chefin der Wörlitzer Fleischerei Ogkler. Vor drei Jahren startete der in Wendezeiten gegründete Handwerksbetrieb am Rande der Parkstadt ein völlig neues und ungewöhnliches Angebot: in der Anhaltischen Wildkammer, einem ehemaligen Forsthaus unmittelbar neben dem berühmten Wörlitzer Park, werden an Wochenenden Fleisch und Wurstprodukte vom Wild verkauft, das ausschließlich in der Elbaue gejagt wurde. „Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz hatte uns angesprochen, ob wir so etwas machen würden“, erklärt Noreen Ogkler-Haberland. Nicht von ungefähr kam diese Idee auf: Stiftungs-Direktor Thomas Weiß gilt als passionierter Jäger.

Nach fast drei Jahren muss niemand mehr überzeugt werden von der Qualität der Wildkammer-Produkte: „Die Kunden kommen gezielt zu uns“, hat Noreen Ogkler-Haberland beobachtet. Man ist auf Märkten zu finden, betreibt einen Webshop und kann sich doch einen höheren Bekanntheitsgrad vorstellen.

Einen zusätzlichen Schub soll das Label „Regionalmarke Mittelelbe“ bringen, einer Initiative kleiner und mittelständischer Betriebe in Dessau-Roßlau sowie den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg. Händler finden sich darin ebenso wie Tourismusbetriebe, konventionelle Landwirtschaftsunternehmen stehen neben Ökobetrieben. Verbände führen das Label „Regionalmarke Mittelelbe“ wie Vereine. Was die 2014 rund 40 Mitglieder eint: sie sind verankert in der Region, von der sie überzeugt sind, und sie orientieren auf Nachhaltigkeit.

Die Idee eines solchen Zusammenschlusses war nicht neu, erinnert sich Ralf-Peter Weber, der das LEADER-Projekt Regionalmarke managt und auch Vorsitzender des gleichnamigen Vereins ist. Ein Vorläufer, bezogen auf den südlichen Fläming scheiterte. „Die Region erwies sich als zu klein. Aber die Idee einer Plattform für Regionalvermarkter geisterte weiter unter den Akteuren.“ Die Situation wurde studiert und analysiert, 2007 das Projekt zu einem LEADER-Schwerpunkt erhoben. Aus der Taufe gehoben wurde die „Regionalmarke Mittelelbe“ ein Jahr später, 2009 ging die eigene Website ins Netz.

„Wir wollen die Mitglieder in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen“, sagt Weber. Jüngst erst öffnete man kleinen Unternehmen die Tür zur wichtigsten Messe der Landwirtschaft und Lebensmittelbranche – „Regionalmarke Mittelelbe“ war, mit Unterstützung des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, auf der Grünen Woche mit einem eigenen Stand vertreten und ist dies seitdem in der Sachsen-Anhalt-Halle regelmäßig.

Ein weiteres LEADER-Projekt konnte seither ebenfalls umgesetzt werden: die Regiokiste. Seit 2013 können nicht nur Berliner oder Münchner eine Kiste mit Produkten von der Mittelelbe ordern. Inzwischen gibt es über 12 fertig konfektionierte Kisten, dem Wunsch nach einer individuellen Zusammenstellung kann ebenso unter www.regiokiste.com entsprochen werden.

Kontakt
Regionalmarke Mittelelbe
Dr. Ralf-Peter Weber
Am Schlossgarten 18 a
06862 Dessau-Roßlau OT Roßlau    
Web: www.regionalmarke-mittelelbe.de
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